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Bunzlau PDF Drukuj

Bunzlau (poln. Bolesławiec)


Autobahnabfahrt Nr. 42 und weiter auf der Straße Nr. 297 in das Zentrum der Stadt.


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Bunzlau und das angrenzende Dorf Mühlbock waren schon im achten Jahrhundert von Slawen besiedelt. Bunzlau war eine wichtige Siedlung, deren Zweck es war die Überquerung des Flusses Bober zu wachen. Seit ihrer Entstehung war die Siedlung Produktionsstätte von Kieselerde und Töpferhandwerk.


In der Umgebung von Bunzlau, im Einzugsgebiet des Bober und des Queis, treten natürliche Vorkommen feuerfesten Tons auf, welcher, wird er bei einer Temperatur von 1280 Grad Celsius gebrannt, eine undurchlässige und sehr robuste Schale bildet. Der Ton wird durch das Brennen braun, ein sogenannter brauner Glassfluss, aus dem Geschirr hergestellt wird. Schon im Jahre 1251 erhielt die Siedlung das Magdeburger Stadtrecht. Die schachbrettförmig angelegten mittelalterlichen Straßen sind noch sehr gut erhalten. In der Mitte des rechteckigen Marktplatzes, steht das barocke Rathaus. Von den kürzeren Seiten des Platzes gehen jeweils zwei Straßen ab, von den längeren Seiten jeweils eine. Entlang der Frontfassaden des Marktplatzes und der Straßen der Altstadt ziehen sich architektonisch interessante Wohnhäuser des Barock, Rokoko, Klassizismus oder Jugendstil. Die Stadt war von Schutzmauern umgeben, welche von drei Stadttoren  unterbrochen wurden. Das erste, am Ende der ulica Sierpnia ´80 hieß Brama Górna [dt. Obertor], das zweite, am Anfang der ulica Kutuzowa hieß Brama Mikołajska [dt. Nikolaitor]. Das dritte Tor befand sich am Ende der Straße ulica Bolesława Prusa und trug den Namen Brama Dolna [dt. Untertor]. Die mittelalterlichen Stadtmauern sind gut erhalten, obwohl sie zu Zeiten der napoleonischen Kriege teilweise zerstört wurden. Entlang der Mauern zieht sich ein Grünstreifen mit einem Spazierweg. In der Nähe eines Wehrturms befindet sich das Keramikmuseum [poln. Muzeum Ceramiki]. Das Wahrzeichen der Stadt Bunzlau ist die in den Jahren 1844-1846 gebaute, 489 Meter lange Eisenbahnbrücke aus Sandstein, die über den Bober führt. Sie stützt sich auf 36 Pfeiler. Die drei stärksten Pfeiler erinnern an Türme mittelalterlicher Burgen, einen davon kann man betreten. Nachts sieht die Brücke besonders beeindruckend aus; seit dem Jahr 2006 ist sie beleuchtet. Das Bunzlauer Viadukt zählt zu den interessantesten Technik-Denkmälern in diesem Teil Europas und ist gleichzeitig eine der größten steinernen Eisenbahnbrücken in Europa. Außerdem ist es das längste Eisenbahnviadukt in Polen. Eine ähnliche Eisenbahnbrücke befindet sich auf der Lausitzer Neisse in Zgorzelec.



Besonders sehenswert:




Das Bunzlauer Stadtmuseum wurde 1908 gegründet. Den Umbau des bereits bestehenden Gebäudes, welches mit einem Wehrturm aus dem 15. Jahrhundert verbunden war, der zum örtlichen Verteidigungssystem gehörte, wurde von dem ansässigen Architekten Ernst Balzer durchgeführt. Am 21.Mai 1911 wurde das Museum eröffnet. Nach einer durch den ersten Weltkrieg verursachten Pause, wurde das Museum im Jahre 1920 wiedereröffnet. Den zweiten Weltkrieg überlebte nur das Gebäude selbst, die ausgestellten Dinge waren unwiederbringlich verloren. Nach dem Krieg begann das Museum, unterstützt durch das Schlesische Museum  (heute das Nationalmuseum) in Breslau, dass bis 1975 die Obhut über die Inhalte der Ausstellung niederschlesischer Museen hatte, am 27. Dezember 1953 wieder auszustellen. Nach der Renovierung des Gebäudes wurde das Museum im Juni 1967 schon als Keramikmuseum wiedereröffnet. Im Jahre 1991 überließ man dem Keramikmuseum das Gebäude des ehemaligen Kutusow-Museums, welches zuvor von russischen Behörden verwaltet wurde. Nach mehrjährigen Renovierungsarbeiten wurde am 17. Juni 1995 in diesem Gebäude der Museumszweig für Stadtgeschichte eröffnet. Das Keramikmuseum besitzt Sammlungen mit über 2000 einheimischen Steinzeugobjekten. Die ältesten unter ihnen stammen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Es sind von Hand getöpferte Krüge mit runden Bäuchen, glatt oder schräg geriffelt, mit braunem Glassfluss bedeckt. In den Sammlungen des Museums befinden sich ebenso viele interessante Beispiele für das kennzeichnende Design der Bunzlauer Töpferbetriebe "Bolesławiec". Außerdem kann man sich im Museum europäische Töpferkunst des 19. und 20. Jahrhunderts ansehen, ob Art déco oder Jugendstil. Ebenfalls interessant sind die Beispiele für Verzierungen verschiedenster Art, auf den für Bunzlauer Keramik typischen Tonerzeugnissen.