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Liegnitz PDF Drukuj


Liegnitz (poln. Legnica)


Autobahnabfahrt Nr. 92: Legnica/Jelenia Góra/Zielona Góra und weiter die Straße Nr. 3 ins Zentrum.


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Liegnitz ist eine Stadt mit Kreisrechten und seit dem Jahr 1992 ebenfalls Hauptstadt der neu entstandenen Diözese Liegnitz. Liegnitz ist nach Breslau und Waldenburg die drittgrößte Stadt in der Wojewodschaft Niederschlesien.




 Die ersten Aufzeichnungen über Spuren einer Siedlung auf dem Gebiet des heutigen Liegnitz stammen aus dem achten Jahrhundert. Schon damals gab es dort eine Festung. Der Name der Stadt taucht zum ersten Mal 1149 in einem Dokument von Bolesław Kraushaar, einem Fürsten von hohem Rang auf. Um das Piasten-Schloss herum begann sich, dank dem verliehenen Magdeburger Stadtrecht, rasch eine Stadt zu entwickeln. Es trafen hier wichtige Handelsrouten des mittelalterlichen Europas aufeinander - aus Deutschland, über Breslau und Krakau nach Kiew, sowie aus Großpolen in den Süden. Der Standort zog Siedler an und begünstigte die Entwicklung von Handel und Handwerk.


Im Jahre 1241 fand hier (man nimmt an in Wahlstatt [poln. Legnickie Pole]) die berühmte Schlacht mit den Mongolen statt. Diese hat Historikern zufolge - trotz der Niederlage der christlichen Heere unter dem Befehlshaber Heinrich von Schlesien, dem Fürsten von Liegnitz - Europa und die westliche Kultur vor der islamischen Expansion gerettet. Liegnitz war damals, nach Breslau, die zweitgrößte schlesische Stadt. Im Jahre 1329 zählte sie schon über 10.000 Einwohner. Bis zum Tod des Fürsten Georg Wilhelm II. im Jahr 1675 war die Stadt Sitz der Nachkommen der Piasten-Dynastie. In Liegnitz trafen viele Jahrhunderte lang Einflüsse polnischer, tschechischer und deutscher Kultur aufeinander. Die Stadt ging der Reihe nach erst in den Besitz der Habsburger, später in den der Hohenzollern über. Nach Jahren der Stagnation, verursacht durch die Schlesischen Kriege, gab es Ende des 18. Jahrhunderts einen wirtschaftlichen Aufschwung. Es entstanden erste Manufakturen. Der Ausbau der Fahrwege kam der Entwicklung der Stadt, der kommunalen Infrastruktur und dem Verkehr sehr zugute. Im Jahre 1844 verband man die Städte Liegnitz und Breslau durch eine Eisenbahnlinie. Gartenbau, Zucht, Agrar- und Nahrungsmittelindustrie spielten eine große Rolle für die Stadt. Sie trug den Beinamen Gurkenstadt. Die Anfang des 19 Jahrhunderts gegründete Liegnitzer Landwirtschaftsgesellschaft organisierte jedes Jahr Ausstellungen für Zuchttiere, Industriepflanzen, Landwirtschaftsmaschinen, Früchte und Blumen. In der Stadt selbst gab es viele Grünanlagen, Parks mit exotischer Bepflanzung, Gärten und Tropenhäuser.


Die dynamische Entwicklung der Stadt wurde im 20. Jahrhundert von zwei weiteren Kriegen unterbrochen. Besonders die Ereignisse des Jahres 1945 und die direkt auf den zweiten Weltkrieg folgenden bremsten die Entwicklung der Stadt auf drastische Weise. Im Jahre 1945 wurde Liegnitz zum Sitz der Nordgruppe der Roten Armee. Dies geschah aufgrund der großen Zahl von Armeegebäuden, sowie aufgrund nicht durch den Krieg zerstörter Infrastruktur und Wohngebäuden. Infolge dieser unselbstständigen Entscheidung, unterstanden 30% der Stadt unmittelbar der sowjetischen Armee.


Besonders sehenswert:


Schon im 8. Jahrhundert fand man, inmitten des sumpfigen Überschwemmungsgebietes der Flüsse Katzbach und Schwarzwasser, eine Erd-Holz-Burg des Stammes der Trebowanen. Sie nutzten die Vorteile eines aufgeschütteten Erdhügels und bauten darauf eine Festung. Diese und die Burg in Jauer [poln. Jawor], bildeten gemeinsam den Verteidigungs- und Kontrollpunkt für den Stamm der Trebowanen. Anstelle dieser, errichtete man Ende des 12. Jahrhunderts, zu Zeiten von Bolesław Kraushaar, die erste steinerne Burg in Polen. Zu dieser Zeit war die Burg von einem Festungsgraben umgeben und der prachtvolle Palast von neuen Erd-Holz-Wällen. Der obere Teil des Schlosses war in zwei grundlegende Flügel geteilt: der Hauptflügel, in dem sich die Gemächer des Fürsten und die St.Peters-Kapelle samt Turm befanden, sowie der zweite Flügel, der für wirtschaftliche und administrative Zwecke genutzt wurde. In diesem befanden sich auch die Räume des Burgvogts, die wirtschaftlichen Gebäude und der Turm, von dem aus das Burgtor bewacht wurde und der später den Namen St.Hedwig-Turm bekam. Der Palast in Liegnitz war der Hauptsitz von Bolesław I. von Schlesien und seinem Sohn Heinrich. Beide Fürsten verbrachten sehr viel Zeit in diesem Schloss und regierten von dort aus ihr Fürstentum. Im Jahre 1172, während des Aufbegehrens von Jaroslaw von Oppeln gegen seinen Vater Bolesław I. wurde der Fürst aus Liegnitz verbannt und das Schloss niedergebrannt. Im Jahre 1241 konnte das Bauwerk wirksam den Einfall der Mongolen verhindern, die es belagerten.


Anfang des 15. Jahrhunderts wurde die Burg umgebaut. Auf Initiative von Friedrich II. von Liegnitz wurden weitere Veränderungen durchgeführt. In dieser Zeit entstand das neue Befestigungssystem: Erdwälle, Festungsgräben und vier Eckbasteien. Sigismund I., später bekannt als Sigismund der Alte, König von Polen, war häufig Gast auf der Liegnitzer Burg. Im Jahre 1560 fand auf dem Schloss das rauschende Hochzeitsfest des Fürsten Heinrich XI. und Sophie, der Tochter des Markgrafen Georg des Frommen von Hohenzollern, statt. Zu diesem Hochzeitsfest lud man sehr viele Gäste ein und veranstaltete, um dieses Fest zu würdigen, ein Ritterturnier und Wettrennen. Als der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches; Maximilian II. nach Schlesien kam, um die Huldigung der schlesischen Völker entgegenzunehmen, lud ihn Heinrich XI. nach Liegnitz ein. Der Kaiser brachte 2000 Personen mit und die Feierlichkeiten auf dem Schloss dauerten fünf Tage.


Nachdem die Piasten-Dynastie ausgestorben war, residierten ab dem Jahr 1675 die Habsburger Statthalter auf dem Schloss. Einer von ihnen, Johann Christoph Zierowski (1693), trug zur Renovierung und Vergrößerung des Schlosses bei. Im Jahre 1740, nach der Eroberung der Stadt Liegnitz durch König Friedrich den Großen von Preußen, wurde der Abriss der Festung befohlen. Man begnügte sich jedoch damit die Festungsgräben zuzuschütten, die Zugbrücke zu zerstören und die Gebäude zu Verwaltungs- und Lagerzwecken umzugestalten. In den Jahren 1835 und 1840 brannte das Schloss aus. Im Jahre 1840 begann der Wiederaufbau des Schlosses, der in mehreren Etappen in den Jahren 1846, 1866/67 und 1879 verlief, um der Architektur der Romantik einen gotischen Charakter zu verleihen. Im Laufe des Umbaus, wurde der Zweck der einzelnen Flügel des Schlosses geändert, das Innere wurde umgestaltet, neue Treppenaufgänge eingebaut, die Fassade neu gestaltet und mit Zinnen verziert. Die Galerie, die beide Schlosshöfe von einander trennte, erhielt eine neorenaissancistische Form, in der sich stark die Ionische Ordnung abzeichnete. Der auf der Achse stehende frühere Uhrenturm wurde in romanischem Stil gestaltet. Im Februar des Jahres 1945 wurde das Schloss wieder von einem Feuer heimgesucht und beschädigt. Nachdem es in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts renoviert wurde, überließ man es dem Schulwesen zur Nutzung.


Die bis heute erhalten gebliebenen Schlosstürme, der achteckige St. Petersturm, sowie der runde St. Hedwigsturm wurden zur selben Zeit erbaut wie das Schloss. Sie gehören zu den ersten Wehrtürmen dieses Typs in der Geschichte der Schlossarchitektur Schlesiens und Polens. Der St. Petersturm, der zu Ehren des Schutzpatrons der Stadt Liegnitz so genannt wurde, erhebt sich auf der Ostseite des Schlosses etwa 14 Meter hoch. Zu Anfang maß er 25 Meter. Der St. Hedwigsturm wurde auf dem Gebiet der Burgsiedlung erbaut. Der ursprüngliche Zweck dieses Turms war der Schutz des Haupteingangs in das Schloss, welcher im 16. Jahrhundert, im Rahmen der renaissancistischen Umbauten der fürstlichen Residenz, von einem neuen Tor ersetzt wurde. Ursprünglich hatte der Turm eine Höhe von 20 Metern. Beide Türme sind mit spitzen Dächern in der Form eines Kegels gekrönt. Das Haupttor des Schlosses ist mit in Sandstein gehauenen Medaillons und meisterhaft gefertigten Pflanzenmotiven im Renaissancestil verziert. Die Verzierungen des Tores sind das beste Beispiel renaissancistischer Schnitzkunst der Stadt Liegnitz.


In einem speziell dafür gebauten Pavillon im Schlosshof, befinden sich Relikte der, während archäologischer Ausgrabungsarbeiten entdeckten, romanischen Kapelle der Heiligen Benedikt und Laurentius. Neben dem Schloss befindet sich auch das bis heute genutzte und gut erhaltene Glogauer Tor (einst Teil der Stadtmauer).