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Wahlstatt PDF Drukuj

Wahlstatt (poln. Legnickie Pole)


Autobahnabfahrt Nr. 98: Legnickie Pole und weiter Straße geradeaus ins Zentrum des Städtchens.


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Am 9. April 1241 spielte sich in der Nähe ein Ereignis ab, mit dem die Geschichte der Stadt untrennbar verbunden ist. Heinrich II. von Schlesien, der dem christlichen Rittertum vorstand, prallte mit der zahlenmäßig überlegenen Armee der Mongolen zusammen und unterlag im Kampf. Diese Schlacht gilt als eine der bedeutendsten in der Geschichte Polens und Europas.



Die Geschichte der Stadt Wahlstatt hängt mit dem Fund der Überreste von Heinrich II. von Schlesien durch die Heilige Hedwig (von Schlesien) zusammen. Um das  Andenken ihres Sohnes zu ehren, soll sie eine Kirche gestiftet haben, deren Altar sich an genau der Stelle befand, an dem der kopflose Leichnam des Fürsten lag. Mit der Pflege der Kirche betraute sie die eigens dazu aus dem tschechischen Kloster Opatowitz gerufenen Benediktinermönche. Die ersten nicht geistlichen Siedler, die auf dem Gebiet des heutigen Städtchens wohnten, kamen um das Jahr 1270. Zur Zeit der Reformation ging Wahlstatt in den Besitz von Protestanten über. Dem Dreißigjährigen Krieg, der Schlesien in den Jahren 1618-1648 verwüstete, entging auch dieses Dorf nicht. Es wurde von einem Trupp der schwedischen Kavallerie niedergebrannt. Zu Anfang des 18. Jahrhunderts waren die Güter ernsthaft verschuldet. Othmar Zinke, der Abt des Benediktinerklosters in Braunau (Böhmen), nutzte die Gelegenheit um zuvor verlorene Güter wiederzuerlangen und löste diese aus. Im Dezember des Jahres 1703 ging Wahlstatt wieder in den Besitz der Benediktiner über. Im Jahre 1723 begann man Arbeiten zum Bau eines neuen Klosters, die zehn Jahre später beendet wurden. Infolge der Eroberung Schlesiens durch Friedrich den Großen im Jahre 1741, gehörte Wahlstatt zu Preußen. Durch die 1810 in Preußen stattfindende Säkularisierung gelangte die Stadt zwei Jahre später in Privatbesitz. 1836 entschied man sich in der Stadt einen neu gegründeten Kadettenkorps zu stationieren und begann dafür die Klostergebäude umzubauen und dort Pferche zu errichten. Der Initiator des Bauprojekts war der in Schlesien berühmte Architekt Karl Friedrich Schinkel. Aufgrund der zahlenmäßigen Vergrößerung der preußischen Armee wurden von 1894 bis 1898 auch die Klostergebäude vergrößert. In der Wahlstätter Kadettenanstalt wurde in den Jahren 1859-1863 u.a. auch Paul von Hindenburg, späterer Feldmarschall und Reichspräsident, ausgebildet. Nach dem Versailler Vertrag und der Demilitarisierung Deutschlands wurde die Kadettenschule in eine zivile Erziehungseinrichtung umgewandelt. 1933 wurde in Wahlstatt eine nationalsozialistische Schule (Nationalpolitische Erziehungsanstalt) gegründet. Während des zweiten Weltkriegs wurden die historischen Klostergebäude als Kriegsgefangenenlager (Oflag VIII F) für französische, jugoslawische und sowjetische Offiziere genutzt.




Besonders sehenswert:



1. Der Legende zufolge baute man an der Stelle, an der man den kopflosen Leichnam von Heinrich II. von Schlesien fand - der in der Schlacht von 1241 gefallen war - eine Kapelle und später die kleine gotische Kirche zur Heiligen Dreifaltigkeit. Die einschiffige Kirche besteht aus Stein. Lange Zeit diente sie als Wahllfahrtskirche und Benediktinermönche kümmerten sich um ihre Pflege. Während des dreißigjährigen Krieges wurde sie zerstört und war später, bis 1945 eine evangelische Kirche. Nach dem Umbau des zerstörten Gotteshauses, eröffnete man dort 1961 das Museum der Schlacht bei Wahlstatt.


2. Die Kirche der Apotheose des Heiligen Kreuzes und der Heiligen Hedwig  und die ehemaligen benediktinischen Klostergebäude wurden in den Jahren 1727-1733 errichtet. Das Kloster umgibt die Kirche von beiden Seiten und seine Flügel bilden zwei Innenhöfe. Dieser Gebäudekomplex wird, nicht nur auf polnischer sondern auch auf europäischer Ebene, als Perle reinsten Barocks bezeichnet. Der zweigeschossige Gebäudekörper ist mit einem Mansardendach bedeckt. Vom früheren Kloster blieben Flure und Treppenhäuser erhalten. Die Türme sind mit in der Sonne funkelnden Herzogskronen auf Barockhelmen geschmückt. Mit dem Entwurf wurde Kilian Ignatz Dientzenhofer betraut - der herausragendste Baumeister des europäischen Barocks. Die Hauptattraktion der Kirche ist die Deckenausmalung des deutschen Malers Cosmas Damian Asam von 1733. Den Betrachter entzücken vor allem Reinheit und Frische der reichhaltigen Farbpalette. Die Fresken haben sich bis auf den heutigen Tag in unveränderter Form erhalten - ein Werk von Weltmaßstab. Asams Malerei ist überdies von tiefgreifendem religiösem Gehalt. Das Mittelfeld der Kuppel zeigt die Szene, in der die Kaiserin St. Helena und Bischof Makarius das Heilige Kreuz auffinden. Die Großen dieser Welt verneigen sich vor dem Kreuz und erweisen ihm Ehre. Umrandet wird das Gemälde von anderen Bildern. Sie zeigen Maria mit dem Jesuskind, die den Kopf der Schlange zertritt, die Szene der Zerstörung des heidnischen Venus-Tempels und eine Reihe von Episoden aus der Missionstätigkeit der Benediktiner. Über der Orgelempore ist - wie in der Chronik von Jan Długosz - das Schlachtfeld von Wahlstatt zu sehen, auf dem die Heilige Hedwig den Benediktinern die Holzreliquien vom Heiligen Kreuz überreicht. In den Seitenaltären befinden sich Bilder von Wenzel Lorenz Reiner, im Hauptaltar das Bild Auffindung der Leiche Heinrichs II. durch die Herzoginnen Hedwig und Anna von Franz de Backer. Die gesamte Plastik in Stein und Holz stammt von Carl Joseph Hiernle aus Prag. Der aus Italien stammende Orgelbauer Adam Horatio Casparini baute 1731 die Orgel. Diese Kirche ist sicherlich eines der wertvollsten Baudenkmale Niederschlesiens. Nach 1945 war das Bauwerk in der Hand der sowjetischen Armee, später der polnischen Armee. Seit 1957 ist in dem alten Konventsgebäude das größte polnische Objekt der Sozialfürsorge untergebracht. Zu den Dienstleistungen des Hauses gehören die Unterbringung, die Betreuung, die Revalidation und die Erziehung von Personen, die rund um die Uhr medizinisch betreut werden müssen.