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Klitschdorf PDF Drukuj

Schloss Klitschdorf  (poln. Zamek Kliczków)


Autobahnabfahrt Nr. 42: Bolesławiec und weiter die Straße Nr. 297 Richtung Bolesławiec. Von Bolesławiec die Straße Nr. 350.


Die Internetseite des Schlosses: http://www.kliczkow.com.pl/


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Klitschdorf ist ein eher kleines Dorf am rechten (schlesischen) Ufer des Flusses Queis [poln. Kwisa], in Höhe von Wehrau [poln. Osiecznica], 13 km entfernt von Bunzlau. Der Name des Dorfes kommt vom slawischen Wort klic, das  Schlüssel bedeutet, oder dem altpolnischen Wort klicz, welches Schrei bedeutet.



Die erste Bedeutung zeugt von der Schlüsselfunktion des Dorfes für den Grenzverkehr zwischen Schlesien und Lausitz über den Queis. Schon im Mittelalter gab es in Klitschdorf eine Wassermühle und eine Schmiede. Die interessanteste Attraktion in Klitschdorf ist einer der größten Schloss- und Parkkomplexe in der Region.

 

Besonders sehenswert:


Das Erd-Holz-Bauwerk entstand Ende des 13. Jahrhunderts am Steilufer des Queis, als Teil des Grenzbefestigungssystem der Herzogtümer Schweidnitz-Jauer. Vermutlich war das Bauwerk von Bolko I. von Schweidnitz gestiftet worden, um Schutz vor den Überfällen der Böhmen zu bieten. Ende des 14. Jahrhunderts verlor das Schloss seine Verteidigungsfunktion und wurde zu einem Lehen der böhmischen Könige. Im Jahre 1579 übergab Kaiser Rudolf II. das Schloss mit dem Gut an die Familie Rechenberg, die es im Renaissancestil umbauen ließ. Zeitgleich erhielt das Dorf neben dem Schloss das Markt- und Stadtrecht. Bis ins 18. Jahrhundert war das Schloss im Besitz verschiedener schlesischer Adelsgeschlechter, u.a. der von Promnitz. Da das Schloss sich inmitten der wildreichen Niederschlesischen Heide befindet, war es ein bekanntes und geschätztes Ziel aristokratischer Jagdgesellschaften reicher und mächtiger, schlesischer, preußischer und böhmischer Adelsgeschlechter. Seit 1631 wurde das Schloss mehrfach umgebaut, die Südfassade wurde umgestaltet, das Innere des Schlosses modernisiert, man stellte ein neues, repräsentatives Löwentor auf und in den Höfen wurden barocke Springbrunnen gestellt. Von 1767 bis 1944 war das Schloss durchgängig im Besitz des Adelsgeschlechts zu Solms-Baruth. Im Jahre 1810 wurden noch weitere wichtige Umbauarbeiten gemacht. Damals wurde der Ballsaal im Empire-Stil eingerichtet, es entstand der im neugotischen Stil gebaute Turm Jenny und eine Reitbahn. Zu dieser Zeit wurden die neuen Gebäude vor dem Einfahrtstor auch zu einem Gutshof umfunktioniert. Weiterhin schmückte man das Schloss mit immer kunstvolleren Elementen in modernen Stilen und Formen aus: in Englischer Gotik, Italienischer Renaissance oder Französischem Manierismus. All diese Stile kann man an den Fassaden, dem Inneren und besonders im wunderschönen Theatersaal erkennen. Eduard Petzold, in Europa bekannt durch die Gestaltung von Landschaftsparks, entwarf im 19. Jahrhundert in Klitschdorf einen über 80 Hektar großen Englischen Park. Der zweite Weltkrieg brachte eine Wende in der Geschichte des Schlosses. Das Anwesen wurde von den Nationalsozialisten konfisziert, als sich herausstellte, dass der Besitzer Friedrich zu Solms-Baruth Verbindungen zum oppositionellen Kreisauer Kreis hatte. Trotz der Verfolgung durch die Gestapo, überlebte der größte Teil der Familie und ließ sich in Namibia nieder. Das Anwesen überstand den zweiten Weltkrieg ohne größere Schäden und wurde erst durch die Rote Armee völlig ausgeplündert. Nach dem Krieg war es Eigentum des Forstamtes Bunzlau und wurde als Militäranlage genutzt. Die Dächer verfielen zusehends und nacheinander auch die Mauern, die Fußböden, die Holztäfelung, die Gemälde, die Portale, die Öfen, und mehrere der wertvollsten schlesischen Kamine. Die Galerie der Offizialisten [poln. Galeria Oficjalistów] und die Reitbahn stürzten teilweise ein. In den 1970er Jahren unternahm die Technische Universität Breslau [poln. Politechnika Wrocławska], als weiterer Nutzer des Objekts, den Versuch das Schloss zu retten, tatsächlich wurden jedoch bis Ende der 90er Jahre lediglich Sicherheitsarbeiten erledigt. Das Schloss verfiel zusehends. Erst als die Breslauer Firma INTEGER S.A., die das Schloss in den 90ern erwarb, komplexe Bau- und Renovierungsarbeiten durchführte, erwachte das Schloss wieder zum Leben und kehrte zu neuer Bestimmung und alter Pracht zurück.

Seit 2001 ist das Schloss ein modernes Hotel und Konferenzzentrum. Es ist mit einem überdachten Pool und einem Wellnessbereich ausgestattet. Im Park befindet sich einer der wenigen historischen Pferdefriedhöfe in Europa, auf dem die Rennpferde der Familie zu Solms-Baruth begraben wurden. Früher gab es hier auch einen Friedhof für Hunde. Es konnten bisher einige interessante Grabmäler erhalten werden.