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Rothsürben PDF Drukuj

Rothsürben (poln. Żórawina)


Autobahnabfahrt Nr. 161:  Strzelin/Wrocław Wschód und weiter Straße 395 in Richtung Wrocław,

in Wojkowice links nach Żórawina.



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Schon im 12. Jahrhundert wurde das alte Dorf Rothsürben, das 15 km südöstlich von Breslau liegt, in einer päpstlichen Bulle erwähnt. Etwa um 1300 entstand hier eine von einem Festungsgraben umgebene Burg. Eine Zugbrücke, die am Tor von zwei Türmen flankiert wurde, führte über den Fluss. Im Jahre 1364 baute man hier einen Pranger aus Granit, welcher später auf den Hof der heutigen Pfarrkirche verlegt wurde. Im Jahre 1400 erhielt der Breslauer Bürger Peter Roten die Rechte für das Dorf. Zum Jahreswechsel  1428/29 wurden das Dorf und die Burg von Hussiten zerstört.


Kaiser Rudolf II. verlieh der Ortschaft am 22. September 1608 das Stadtrecht. Bis ins 19. Jahrhundert wechselte das Dorf häufig den Besitzer. Dank der 1870 erbauten Eisenbahnverbindung nach Breslau, beschleunigt sich die dynamische Entwicklung von Rothsürben. Bis Ende des Jahrhunderts entstanden dort: Karol Normann´s Zigarrenfabrik, Ausgust Assig´s Möbelfabrik und eine Zuckerfabrik. Unter anderem befinden sich dort auch zwei Kirchen: die St. Josef-Kirche und die architektonisch wertvollere Wehrkirche, die Dreifaltigkeitskirche.

 

Besonders sehenswert:


Die historische, von einem Burggraben umgebene Dreifaltigkeitskirche war ein Wehrbau. In Museen in Warschau und Breslau kann man derzeit die Ausstattung dieser Kirche, die in Polen eines der wertvollsten Denkmäler dieser Art ist, bewundern. Sie entstand vermutlich zwischen 1278 und 1335. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde unter anderem ein Turm angebaut. Ihr heutiges Aussehen erhielt die Kirche im 17. Jahrhundert und ein Teil ihres Interieurs wurde aus Prag und Rom eingeführt, darunter 17 Bilder aus den Jahren 1602-1604, die die Passion Christi abbilden. Im Hauptaltar, der 1604 gefertigt wurde, steht eine Plastik der Gruppe der heiligen Dreifaltigkeit, der die Kirche auch gewidmet ist. Zur selben Zeit entstanden die Wandmalereien, u.a eine polychrome Malerei vom Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen. Die dicken Mauern, die kleinen Fenster und der Burggraben boten jederzeit Schutz vor Feinden. Von der früheren Befestigungsanlage blieben bis heute drei der ursprünglich vier, vermutlich von dem berühmten Architekten Valentin von Säbisch entworfenen, Halbbastionen erhalten. Dieser leitete auch die Modernisierungsarbeiten an der Festung Glatz. Architekten zufolge hat die Rothsürbener Kirche, als einzige Kirche in Niederschlesien, ein solch fortgeschrittenes Verteidigungssystem. Das macht sie u.a. so einzigartig. Die an beiden Seiten des Eingangs zum Gotteshaus hängenden Halseisen, auch Fesseln der Schande genannt, verleihen der Kirche zusätzlich Originalität. Sie stammen aus dem 17. Jahrhundert und wurden zur Bestrafung eingesetzt. Die Verurteilten wurden mehrere Stunden lang, mit den eisernen Fesseln um den Hals, der Öffentlichkeit vorgeführt. In einer unbequemen Position an die Wand gelehnt, sollten sie doppelt leiden - körperlich und geistig - denn die Strafe traf sie gleich vor den Toren des Gotteshauses. Im Falle der Bestrafung eines Diebes wurde direkt neben ihm sein Diebesgut ausgestellt. Manche der Verurteilten mussten sogar beschämende Masken aufsetzen.