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St.Annaberg PDF Drukuj

St. Annaberg (poln. Góra Świętej Anny)


Autobahnabfahrt Nr. 253: Krapkowice/Gogolin und weiter die Straße Nr.423 aus Gogolin in Richtung Zdzieszowice, in Zdzieszowice links Richtung Strzelce Opolskie über den St. Annaberg.


Hinweis:

Auf dem St. Annaberg befindet sich eine Autobahnraststätte,

von welcher man zu Fuß ins Zentrum des Städtchens gelangen kann.


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Der St. Annaberg ist seit 500 Jahren der zentralste und wichtigste Wallfahrtsort in Schlesien. Mit 406 m Höhe über dem Meeresspiegel, ist er die höchste Erhebung im Chelmgebirge des Schlesischen Hochlandes. Er liegt im mittelöstlichen Teil der Wojewodschaft Oppeln, im Landkreis Groß Strehlen [Powiat Strzelecki]. Der St. Annaberg besteht aus den Überresten eines Vulkans, der schon seit mehreren Millionen Jahren inaktiv ist.





Früher hieß er Chelmberg, jedoch hat sich seit dem letzten Jahrhundert der Name St. Annaberg durchgesetzt. Der Name St. Annaberg bezeichnet auch das am Hang gelegene Dorf, sowie den Landschaftspark, der eine Fläche von über 5000 ha umfasst und eine große Vielfalt geschützter und einzigartiger Pflanzen- und Tierarten aufweist. In der Umgebung des Berges fanden auch die größten Schlachten zu Zeiten des dritten schlesischen Aufstandes statt. Der Ort ist nicht nur wegen seiner religiösen Denkmäler, sondern auch wegen seiner großartigen Aussichtspunkte bekannt. Zu nationalsozialistischen Zeiten bauten die Deutschen auf dem Gipfel ein riesiges Amphitheater, in welchem große propagandistische Kundgebungen stattfanden, sowie ein Mausoleum zu Ehren der Gefallenen der Aufstände der deutschen Schlesier. Diese Bauwerke entstanden an der Stelle eines ehemaligen Steinbruchs, im Jahr 1938. Verschiedenen Quellen zufolge fanden dort 30.000 bis 100.000 Zuschauer Platz, dies machte es zu einem der größten Amphitheater Europas. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Mausoleum abgerissen und im Jahre 1947 an seiner Stelle ein Denkmal für die Aufstände in Oberschlesien gesetzt, welches von Xawery Dunikowski entworfen wurde. Der St. Annaberg ist ein Landschaftspark, geschaffen zum Schutz vieler einzigartiger Gattungen der Flora und Fauna. Auf dem Gebiet des Parks wurden über 800 Pflanzenarten (darunter 31 geschützte) festgestellt. Unter anderem kann man dort Österreichischen Lein, Korallenwurz, Maiglöckchen oder wilden Gemüsespargel finden.




 Besonders sehenswert:



Auf dem Gipfel des St. Annabergs wurde Ende des 15. Jahrhunderts eine Kirche errichtet. Im Laufe ihrer jahrhundertealten Geschichte wurde sie vielfach umgebaut. Im Inneren der Kirche befindet sich die kostbare Figur der Heiligen Anna selbdritt [1]. Der Name Anna, der in Schlesien sehr beliebt ist, kommt vom hebräischen Hanna und bedeutet Gnade. Die Heilige Anna ist die Schutzheilige der Mütter, Schwangeren, Witwen, der Seefahrer, der Armen sowie der christlichen Schulen. Die Figur der Heiligen Anna ist 52 cm hoch und aus Lindenholz gefertigt. Zu welcher Zeit der 12 cm hohe Sockel aus Buchenholz hinzugefügt wurde, ist nicht bekannt. Die gegenwärtige farbige Oberflächengestaltung zeigt die Heilige Anna in einem grünen Kleid ? die Farbe der Hoffnung - und einem roten Mantel - die Farbe der Liebe. Die Figur der Maria ist ebenfalls in ein langes Gewand gekleidet, das Jesuskind hingegen ist nicht bedeckt. Diese Details sind jedoch für den Pilger, der das St. Annaberger Heiligtum besucht, nicht zu sehen, denn alle drei Gestalten sind von einem Gewand bedeckt. Die Darstellung von Figuren, die auf dem Arm gehaltenen werden ist typisch für mittelalterliche Konventionen. Durch das Halten auf dem Arm werden nahe Verwandtschaft und familiäre Gefühle ausgedrückt. Dies erforderte jedoch eine erhebliche Verkleinerung der Mariengestalt. Die Figur der Maria ist sogar kleiner als die Jesusfigur. Oft wird damit auch der Unterschied zwischen der Rolle Jesu und seiner Mutter  unterstrichen. Maria reicht dem Jesuskind einen goldenen Apfel - das Symbol der Weitergabe des Lebens.


Unmittelbar neben der Basilika befindet sich ein Franziskanerkloster, welches sich seit dem 17. Jahrhundert um die Pflege der Kirche, einer Basilica minor, kümmert. Vor dem Haupteingang der Basilika der Heiligen Anna befindet sich der Paradieshof, welchen man auf drei verschiedenen Wegen betreten kann. Der schönste ist der Eingang vom Marktplatz aus, der über 70 Treppenstufen geht und mit einem Tor aus dem Jahr 1854 endet. Die anderen beiden Möglichkeiten sind die Treppe Ave Maria oder das Papst-Tor, das speziell für den Besuch des Papstes Johannes Paul II. in St. Annaberg umgebaut wurde. Der Paradieshof wurde im Jahr 1768 gebaut und wurde in späteren Jahrhunderten erheblich umgestaltet. Er ist fast ringsum von Kreuzgängen umgeben, in denen ein gutes Dutzend fast hundertjähriger Beichtstühle steht. Auf dem südlichen Teil des Paradieshofs befindet sich die Fatimakapelle, in der Mitte des Platzes hingegen steht die Kreuzigungsgruppe Jesu Christi.


Auf dem östlichen und südlichen Hang des St. Annabergs baute man zwischen den Bäumen 40 Kalvarienkapellen. Der Kalvarienberg wurde dank der Bemühungen von Jerzy Adam de Gaschin in den Jahren 1700-1709 gebaut. Man legte ihn nach dem Entwurf von Domenico Signo, einem in Oppeln lebenden, italienischen Architekten an. Zunächst entstanden nur drei große Kirchen und 30 kleine Kapellen der Leiden Christi, erst später die übrigen. Ähnlich wie in Jerusalem zieht sich die Schlucht des Tals Joschafat, mit der Marienkirche und ihrem Grab, in Richtung Osten aus der Stadt hinaus. Darüber der Ölberg, mit den Gebetskapellen im Garten Gethsemani und dem Verrat des Judas. Auf der südwestlichen Seite des Berges befindet sich der Hügel Golgota, auf dem drei Kreuze aufgestellt wurden. Ebenso befindet sich hier auch die Heilig-Kreuz-Kirche mit den letzten Kreuzstationen und etwas weiter die Grabeskapelle, die genau so aussieht wie in der Grabeskirche in Jerusalem. Aufgrund ihrer besonderen Ähnlichkeit mit ihrem Vorbild, erhielt der Kalvarienberg den Namen Neues Jerusalem.




[1] [selbdritt = Teil einer Dreiergruppe, in diesem Fall, die Darstellung der heilige Anna, mit der Tochter Maria und dem Jesuskind in der christlichen Kunst.(Anmerkung des Übersetzers)]