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Plawniowitz PDF Drukuj

Plawniowitz (poln. Pławniowice)


Autobahnabfahrt Nr. 285: Łany/Kędzierzyn Koźle/Pyskowice und weiter Straße Nr. 40 Richtung Pyskowice.

Vor dem See rechts, dann weiter entlang der Autobahn ins Zentrum des Städtchens.


Die Internetseite des Schlosses: http://palac.plawniowice.pl


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Plawniowitz ist ein kleiner Ort nordöstlich von Gleiwitz. Erstmals erwähnt wurde die Ortschaft im Jahr 1317, ihr Ansehen stieg jedoch, als sie im Jahre 1737 von Franz Wolfgang von Stechow gekauft wurde - dem ersten Landrat des Gleiwitz-Tost Kreises nach der Besetzung Schlesiens durch die Preußen. Im Jahre 1798 übernahm der Graf Carl Franz von Ballestrem das Erbe, seine Mutter war Elisabeth Auguste Freifrau von Stechow, sein Vater Giovanni Battista Angelo Graf Ballestrem, ein aus Piemont stammender preußischer Offizier.


Von da an, bis zum Januar 1945, waren die Güter Plawniowitz, Ruda und Biskupitz im Besitz der Ballestrem. Plawniowitz bestimmten sie zu ihrem Familiensitz, indem sie hier in den Jahren 1882-1885 ein prachtvolles Schloss errichteten. Franz II. von Ballestrem, ein schlesischer Patriot, Industrieller und Landbesitzer, war seit dem Jahr 1972 ein geschätztes und wichtiges Mitglied des Reichstags. Ihm gehörten großflächige Ländereien, Fertigungsanlagen und Steinkohlebergwerke, welche, wurden sie gut verwaltet, sein Vermögen und das seiner Teilhaber vermehrten. Er trug auch maßgeblich zur Entwicklung von Handel und Verkehr innerhalb seines Landbesitzes bei. Für die Arbeiter dort schuf er ein Pflegesystem, baute Erholungsheime, Ferienheime für Kinder, Schulen im Wald, Pflegeheime für Witwen, Wohnhäuser für die Arbeiter, Krankenhäuser, Bibliotheken, Spar- und Unterstützungskassen. Mit seiner Hilfe begann Karol Godula, der vielleicht reichste gebürtige Schlesier des 19. Jahrhunderts, seine Karriere vom Ökonomen zum preußischen Zinkkönig. Ballestrem, als Funktionär der katholischen Partei Centrum, lenkte das politische Leben Schlesiens. Sein Wissen, seine Beziehungen und seine Gewandtheit bewirkten, dass ihm allgemeines Ansehen und Wertschätzung entgegen gebracht wurden.

 

Besonders sehenswert:


Graf Franz I. von Ballestrem beauftragte Baumeister Konstantin Heidenreich aus Koppitz, bei Grottkau, mit dem Entwurf und Bau eines neuen Schlosses an der Stelle des alten, das im Jahre 1737 gebaut wurde. Das entstandene Schloss ist ein Bau mit drei Flügeln und präsentiert den Stil des niederländischen Neomanierismus. Charakterisierend sind unter anderem eine besondere farbliche Unterschiedlichkeit und die Ziegelflächen der Wände. Die Dächer des Bauwerks zieren zahlreiche Türmchen, Spitzen und Zwerchhäuser. Um das Schloss herum liegt der Park, der einen sorgfältig gewählten Baumbestand hat. Das Schloss der Ballestrem hatte ein wechselvolles Schicksal. Zu Anfang des Jahres 1945 musste der damalige Besitzer, Graf Nikolaus von Ballestrem, Plawniowitz, angesichts des Herannahens der Roten Armee, verlassen. Der russische Marschall Ivan Konev stationierte kurze Zeit in dem Schlossgebäude. Nach dem Krieg wurde das Objekt der Kirche zur Verfügung gestellt. Die Plawniowitzer Schlosskapelle wurde zu einer eigenständigen Pfarrei mit Pfarrhaus ernannt. Aus den übrigen Räumen machte man ein Kloster für die aus Lemberg übersiedelten Schwestern der Benediktinerinnen von der ewigen Anbetung des heiligsten Sakraments, die hier bis 1976 lebten. Das Objekt, welches immer wieder Bewohner und Bestimmung wechselte, verfiel zusehends. Seit 1978 ist das Bistum Oppeln Eigentümer des Schloss- und Parkkomplexes und machte daraus ein Diözesan-Exerzitienhaus, mit der Zeit wurde es zum Bildungs- und Informationszentrum des Bistums Gleiwitz umgestaltet. Das Schloss ist von Wäldern und einem weitläufigen, romantischen Park mit wunderschönen, einzigartigen Bäumen und Sträuchern umgeben. Der Park hat Züge einer geschlossenen, eklektischen [evtl. Fußnote] Anlage, verbunden mit einer geometrisierten Fläche um den Palast herum. Der historische Palast stellt, mit seinem Denkmal und den Springbrunnen, die Kompositionsachse der ganzen Gartenanlage dar. In der Nähe, in einem ehemaligen Sandaushub, befindet sich ein großer Stausee, der Plawniowitz-See.